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MotionMiners gewinnt den Lufthansa Cargo Innovation Award

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Zwei Personen in Businesskleidung bei feierlicher Übergabe eines MotionMiners-Awards auf Bühne, Frau reicht Trophäe an lächelnden Mann, Firmenlogo im Hintergrund
Freudige Preisübergabe: Gewinner nimmt MotionMiners Award entgegen.

Die MotionMiners GmbH aus Dortmund hat den Lufthansa Cargo Innovation Award gewonnen und sich damit gegen rund 30 Mitbewerber aus der Logistik-Branche durchgesetzt. Das Unternehmen überzeugte die Fachjury mit einer Technologie, die manuelle Arbeitsprozesse mithilfe von tragbaren Sensoren, Beacon-Sendern und KI-gestützter Datenanalyse automatisiert erfasst und auswertet. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Air Cargo Conference vergeben und unterstreicht das wachsende Interesse der Luftfrachtbranche an datenbasierten Lösungen für komplexe operative Abläufe.

Innovation im Luftfrachthandling: Was MotionMiners auszeichnet

Wer schon einmal beobachtet hat, wie Tonnen von Fracht in kürzester Zeit umgeschlagen, sortiert und verladen werden, ahnt, wie komplex die Abläufe hinter den Kulissen eines Frachtflughafens sind. Genau in diesem Umfeld setzt die Technologie von MotionMiners an: Sie macht unsichtbare Prozesse sichtbar, messbar und optimierbar, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Im Wettbewerb um den Lufthansa Cargo Innovation Award setzte sich MotionMiners als klarer Sieger durch. Acht Finalisten hatten ihre Lösungen live vor Jury und Fachpublikum präsentiert. Die Dortmunder überzeugten mit einem praxisnahen Ansatz, der datenbasierte Prozessoptimierung direkt mit einer ergonomischeren Gestaltung von Arbeitsabläufen verbindet.

Wie funktioniert die Motion-Mining-Technologie?

Das Grundprinzip ist so clever wie pragmatisch: Mitarbeitende und Flurförderzeuge werden zeitlich begrenzt mit kleinen Sensoren ausgestattet. Ergänzend platzierte Beacon-Sender ermöglichen die genaue räumliche Zuordnung aller erfassten Aktivitäten. Die so gewonnenen Daten fließen anonymisiert in die webbasierte MotionMiners Process Intelligence Plattform, wo sie strukturiert ausgewertet werden.

Das Ergebnis ist ein detailliertes Bild des tatsächlichen Arbeitsgeschehens: Wo entstehen unnötige Wege? Wo gibt es Wartezeiten? Welche Tätigkeiten belasten den Körper besonders? Und wie effizient werden Flurförderzeuge tatsächlich eingesetzt? Diese Erkenntnisse liefert das System schnell und auf Basis belastbarer Daten, nicht auf Grundlage von Schätzungen oder Stichproben.

Was die Technologie konkret erfasst

  • ⏱ Zeitintensive Prozessschritte und Engpässe im Arbeitsablauf
  • 🚶 Unnötige Lauf- und Fahrwege von Mitarbeitenden und Fahrzeugen
  • ⌛ Wartezeiten und Leerlaufphasen im operativen Betrieb
  • 🏋 Ergonomische Belastungen für das Personal
  • 🚜 Auslastung, Leerfahrten und Materialflüsse bei Flurförderzeugen

Der Lufthansa Cargo Innovation Award: Hintergrund und Bedeutung

Der Innovation Award wurde vom Start-up-Accelerator HAUS61 ins Leben gerufen und findet im Rahmen der Air Cargo Conference statt. Ziel ist es, innovative Technologien und Geschäftsmodelle aus der Logistikbranche sichtbar zu machen und ihre Entwickler mit etablierten Playern der Luftfracht zusammenzubringen. Der Preis ist damit weit mehr als eine symbolische Auszeichnung: Er öffnet Türen zu einem der anspruchsvollsten und leistungsstärksten Logistiknetzwerke der Welt.

Jury-Podium mit fünf Mitgliedern bei Podiumsdiskussion, Kleidung Business/Casual, Wasserflaschen und Gläser auf Tischen, Konferenzbühne mit Sponsorenbanner im Hintergrund
Die Jury diskutiert konzentriert auf der Bühne – Experten im Austausch.

Frank Bauer, Chief Operating Officer von Lufthansa Cargo, war Mitglied der Jury. Die Preisübergabe erfolgte durch Heike Wörner, Head of Business Development bei Lufthansa Cargo, an Christoph Dorra, Leiter des Vertriebsteams bei MotionMiners.

„Gerade in der Luftfracht greifen Menschen, Technologie und komplexe operative Abläufe eng ineinander. MotionMiners hat überzeugend gezeigt, wie moderne Sensorik innerhalb kürzester Zeit Transparenz über reale Prozessabläufe schafft und dabei die individuellen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt.“

Heike Wörner, Head of Business Development, Lufthansa Cargo

Besonders gewichtet hat die Jury neben dem Effizienz- und Ergonomiepotenzial auch die hohe Akzeptanz der Lösung bei den Mitarbeitenden. Eine Technologie, die von den Menschen, die täglich mit ihr arbeiten, angenommen wird, hat einen entscheidenden Praxisvorteil gegenüber rein theoretisch überzeugenden Ansätzen.

Vom Pitch zum Preisträger: Der Weg zum Award

Rund 30 Logistik-Start-ups hatten sich um die Teilnahme am Innovation Pitch beworben. Eine unabhängige Vorauswahl reduzierte das Feld auf acht Finalisten, die ihre Lösungen anschließend live auf der Air Cargo Conference präsentierten. Die Bewertung durch die Jury umfasste sowohl die technische Reife als auch den konkreten Praxisnutzen für die Luftfrachtbranche.

KriteriumBewertungsaspekt
Schnelle UmsetzbarkeitWie schnell kann die Lösung im realen Betrieb eingesetzt werden?
Belastbare DatenbasisLiefert die Technologie verlässliche, reproduzierbare Ergebnisse?
Operative NähePasst die Lösung zu den tatsächlichen Gegebenheiten im Handling?
EffizienzpotenzialWelche messbaren Verbesserungen sind realistisch erreichbar?
MitarbeiterakzeptanzWird die Lösung von den Nutzenden angenommen?

Stimmen zur Auszeichnung: Was Preisträger und Jury sagen

Christoph Dorra, Leiter des Vertriebsteams bei MotionMiners, ordnet den Gewinn strategisch ein:

„Die Luftfracht ist für MotionMiners ein hochrelevantes Wachstumsfeld. Gerade im Handling gibt es zahlreiche komplexe und personalintensive Abläufe, bei denen unsere Technologie konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen kann, von Lauf- und Fahrwegen über Wartezeiten bis hin zu ergonomischen Belastungen. Der Lufthansa Cargo Innovation Award ist für uns ein starker Ausgangspunkt, um in der Branche Fuß zu fassen.

Christoph Dorra, Leiter Vertrieb, MotionMiners GmbH

Für Lufthansa Cargo signalisiert die Auszeichnung den klaren Willen, operative Prozesse konsequent weiterzuentwickeln. Das Unternehmen betreibt fünf Frachthubs in Frankfurt, München, Brüssel, Wien und Rom und transportiert täglich durchschnittlich 2.500 Tonnen Fracht an rund 350 Destinationen in über 100 Ländern.

MotionMiners: Das Unternehmen hinter der Technologie

Die MotionMiners GmbH wurde 2017 in Dortmund gegründet und hat sich auf die automatisierte Analyse manueller Arbeitsprozesse spezialisiert. Das Unternehmen kombiniert tragbare Sensoren und ergänzende Hardwarekomponenten mit der webbasierten MotionMiners Process Intelligence Software. Alle erfassten Bewegungs- und Prozessdaten werden anonymisiert verarbeitet, um Potenziale in den Bereichen Effizienz und Ergonomie sichtbar zu machen.

Einsatzfelder der Motion-Mining-Technologie

  • Logistik und Lagerhaltu ng
  • Produktion und Fertigung
  • Automobilindustrie
  • Einzelhandel
  • Luftfracht und Frachthandling (neu erschlossen)

Ergänzend forscht MotionMiners daran, wie robotische Systeme vom Wissen über heutige manuelle Arbeitsprozesse profitieren können. Das bedeutet: Die Erkenntnisse aus der Prozessanalyse könnten künftig direkt in die Programmierung und den Einsatz von Robotern einfließen, was die Brücke zwischen menschlicher Arbeit und Automatisierung weiter schließt.

Zwei Geschäftsmodelle für unterschiedliche Bedarfe

MotionMiners bietet seine Technologie auf zwei Wegen an:

  1. Beratungsprojekte: Ein Team von MotionMiners führt die Analyse durch, wertet die Daten aus und liefert konkrete Handlungsempfehlungen.
  2. Lizenzmodell: Unternehmen erhalten Zugang zur Plattform und können eigenständig Analysen durchführen, ohne externe Beratung.

Lufthansa Cargo: Innovationspartner für die Zukunft der Luftfracht

Lufthansa Cargo zählt zu den weltweit führenden Frachtfluggesellschaften und ist Teil der Lufthansa Group, dem größten Airline-Konzern Europas. Das Unternehmen vermarktet die Frachtkapazitäten der Passagierflugzeuge von Lufthansa Airlines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, ITA Airways, Lufthansa City Airlines und SunExpress sowie eine eigene Frachterflotte, bestehend aus 18 Boeing 777F und vier Airbus A321F. Zusätzlich sind täglich rund 300 Lkw unter einer Lufthansa Cargo-Flugnummer im Einsatz.

KennzahlWert
Umsatz (2025)3,40 Milliarden Euro
Transportleistung (2025)9,10 Milliarden Frachttonnenkilometer
Tägliches Frachtvolumendurchschnittlich 2.500 Tonnen
Destinationenrund 350 in über 100 Ländern
FrachthubsFrankfurt, München, Brüssel, Wien, Rom
Mitarbeitende weltweitrund 4.300
Eigene Frachterflotte18 Boeing 777F und vier Airbus A321F

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Das Wichtigste auf einen Blick

MotionMiners hat den Lufthansa Cargo Innovation Award gewonnen und damit eine der renommiertesten Auszeichnungen der Luftfrachtbranche erhalten. Die Dortmunder überzeugte mit einer praxisnahen Technologie, die Sensoren, Beacon-Sender und KI-Analyse kombiniert, um manuelle Arbeitsprozesse in Echtzeit transparent zu machen. Im Wettbewerb gegen rund 30 Mitbewerber setzte sich das Unternehmen in der Endrunde von acht Finalisten durch.

Besonders hervorgehoben wurden die schnelle Umsetzbarkeit, die hohe Datenqualität, die Nähe zur operativen Realität sowie die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden. Lufthansa Cargo sieht in der Lösung ein relevantes Werkzeug für die Weiterentwicklung komplexer Handling-Prozesse an seinen fünf Frachthubs. Für MotionMiners ist der Award ein strategischer Einstieg in den Luftfrachtmarkt.

Fachbegriffe des Artikels kurz erklärt

Was ist Motion Mining?

Motion Mining bezeichnet eine Methode zur automatisierten Erfassung und Analyse manueller Arbeitsprozesse mithilfe tragbarer Sensoren, also sogenannter Wearables, in Kombination mit softwaregestützter Datenauswertung. Das Verfahren ermöglicht es, Bewegungsabläufe von Mitarbeitenden und Fahrzeugen objektiv zu dokumentieren, ohne Videoüberwachung oder manuelle Zeitstudien zu benötigen. Im Ergebnis entstehen detaillierte Prozessprofile, die Optimierungspotenziale in Effizienz und Ergonomie sichtbar machen.

Was sind Wearables im industriellen Kontext?

Wearables sind am Körper tragbare elektronische Geräte, die im industriellen und logistischen Kontext zur Erfassung von Bewegungs-, Positions- und Aktivitätsdaten eingesetzt werden. Im Rahmen der Motion-Mining-Technologie fungieren sie als zentrale Datenquellen, die Informationen über Tätigkeiten und Aufenthaltsorte der Mitarbeitenden in Echtzeit erfassen und an eine Analyseplattform übermitteln.

Was sind Beacon-Sender?

Beacon-Sender sind kleine, energieeffiziente Funksender, die auf Bluetooth-Low-Energy-Technologie basieren und in einem definierten Bereich kontinuierlich Signale aussenden. In der Prozessanalyse werden sie genutzt, um die Position von Mitarbeitenden oder Fahrzeugen räumlich zuzuordnen, also festzustellen, in welchem Bereich einer Halle oder eines Lagers eine bestimmte Aktivität stattgefunden hat.

Was bedeutet KI-gestützte Datenanalyse in der Logistik?

KI-gestützte Datenanalyse bezeichnet den Einsatz von Algorithmen der künstlichen Intelligenz, um große Mengen an Rohdaten automatisiert auszuwerten, Muster zu erkennen und daraus handlungsrelevante Erkenntnisse abzuleiten. In der Logistik wird sie genutzt, um aus Sensor- und Bewegungsdaten konkrete Aussagen über Prozessqualität, Engpässe und Optimierungspotenziale zu gewinnen, schneller und präziser als es mit manuellen Analysemethoden möglich wäre.

Was ist ein Frachttonnenkilometer?

Ein Frachttonnenkilometer ist eine Maßeinheit in der Luftfahrt und Logistik, die die Transportleistung beschreibt: Eine Tonne Fracht, die über eine Distanz von einem Kilometer befördert wird, ergibt einen Frachttonnenkilometer. Die Kennzahl dient dem Vergleich der Netzwerk- und Kapazitätsleistung verschiedener Frachtfluggesellschaften.

Was ist ein Start-up-Accelerator?

Ein Start-up-Accelerator ist ein Förderprogramm oder eine Organisation, die junge Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase gezielt unterstützt, meist durch Mentoring, Netzwerkzugang, Finanzierungsmöglichkeiten und die Organisation von Wettbewerben oder Pitches. HAUS61, der Accelerator hinter den Innovation Pitches des Lufthansa Cargo Innovation Awards, bringt Logistik-Start-ups mit etablierten Branchenakteuren zusammen, um Innovationen in die operative Praxis zu überführen.

Was ist ein Flurförderzeug?

Ein Flurförderzeug ist ein Fahrzeug, das im innerbetrieblichen Transport eingesetzt wird, also zur Beförderung von Waren, Paletten oder Behältern innerhalb von Lagern, Produktionshallen oder Frachtumschlagzentren. Typische Beispiele sind Gabelstapler, Schlepper oder Kommissionierfahrzeuge. Im Rahmen der Motion-Mining-Analyse werden diese Fahrzeuge mit Sensoren ausgestattet, um Auslastung, Leerfahrten und Materialflüsse zu dokumentieren.

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