Lufthansa Group: Starkes, erstes Quartal trotz Krise im Mittleren Osten
Die Lufthansa Group hat im ersten Quartal des laufenden Jahres trotz erheblicher geopolitischer Belastungen durch die Krise im Mittleren Osten ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis erzielt. Der Konzernumsatz erreichte mit 8,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal, während das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) um 110 Millionen Euro auf -612 Millionen Euro verbessert wurde. Gleichzeitig stieg der Adjusted Free Cashflow um beeindruckende 65 Prozent. Der Konzern hält trotz gestiegener Unsicherheiten an seinem positiven Ausblick für das Gesamtjahr fest.
Inhaltsverzeichnis
Rekordumsatz im ersten Quartal: Was steckt dahinter? ✈️
Wer schon einmal am Flughafen Frankfurt in die wartende Masse geschaut hat – Koffer, Familien, Geschäftsreisende aus aller Welt – der spürt intuitiv: Fliegen ist längst kein Luxus mehr, sondern ein selbstverständlicher Teil moderner Mobilität. Diese Realität spiegelt sich in den aktuellen Zahlen der Lufthansa Group eindrucksvoll wider.
Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,1 Milliarden Euro) – ein neuer Rekordwert für diesen Berichtszeitraum. Trotz eines saisonal typischen operativen Verlustes im ersten Quartal verbesserte sich das Adjusted EBIT auf -612 Millionen Euro (Vorjahr: -722 Millionen Euro). Die Adjusted EBIT-Marge zog von -8,9 Prozent auf -7,0 Prozent an. Das Konzernergebnis verbesserte sich auf -665 Millionen Euro nach -885 Millionen Euro im Vorjahr.
Die wichtigsten Finanzkennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Q1 aktuell | Q1 Vorjahr | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | 8,7 Mrd. € | 8,1 Mrd. € | +8 % |
| Adjusted EBIT | -612 Mio. € | -722 Mio. € | +110 Mio. € |
| Adjusted EBIT-Marge | -7,0 % | -8,9 % | +1,9 Prozentpunkte |
| Konzernergebnis | -665 Mio. € | -885 Mio. € | +220 Mio. € |
| Adjusted Free Cashflow | 1,4 Mrd. € | 835 Mio. € | +65 % |
| Nettokreditverschuldung | 5,3 Mrd. € | 6,4 Mrd. € (Jahresende) | Deutlich gesunken |
Krise im Mittleren Osten: Herausforderung und Chance zugleich
Die anhaltende Krise im Mittleren Osten hat die Luftfahrtbranche in eine paradoxe Situation gebracht: Einerseits verteuert die Schließung der Straße von Hormuz das Kerosin massiv, andererseits profitieren die Drehkreuze der Lufthansa Group – Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel – von einer spürbaren Verlagerung der Passagierströme weg von den Flughäfen der Golfregion.
Für Reisende bedeutet das konkret: Wer bisher über Dubai, Abu Dhabi oder Doha in Richtung Asien oder Afrika geflogen ist, bucht nun verstärkt über die europäischen Drehkreuze der Gruppe. Dieser Effekt führte im März zu einem besonders starken Nachfrageanstieg, der die Auslastung auf 81,9 Prozent anhob und die Stückerlöse um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigerte.
Kerosinkosten als größtes Risiko
Die Kehrseite der Medaille sind drastisch gestiegene Treibstoffkosten. Durch die aktuelle Verknappung des Kerosinangebots entstehen der Lufthansa Group Mehrkosten in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro für das laufende Jahr. Der Konzern hat zwar seinen Kerosinbedarf für das laufende Jahr bereits zu rund 80 Prozent über Derivate auf verschiedene Mineralölprodukte abgesichert – dennoch bleibt die Entwicklung der Treibstoffpreise das größte Unsicherheitselement für den weiteren Jahresverlauf.
- Rund 80 % des Kerosinbedarfs für das laufende Jahr sind preislich abgesichert
- Mehrkosten von rund 1,7 Milliarden Euro werden erwartet
- Kompensation soll durch steigende Ticketerlöse, Netzwerkoptimierung und Kosteneinsparungen erfolgen
- Kerosinversorgung an allen Drehkreuzen derzeit nicht gefährdet
Netzwerk-Airlines: Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg 🌍
Die sogenannten Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group – also Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways – hielten ihr Gesamtangebot im Vergleich zum Vorquartalsjahr nahezu stabil. Dabei wurde ein leichtes Wachstum auf der Langstrecke mit kleineren Kapazitätsreduktionen im Kurz- und Mittelstreckenbereich kombiniert.
Besonders im Premiumsegment zogen die Durchschnittserlöse spürbar an. Auf Asien- und Afrika-Routen wurden zusätzliche Flüge eingesetzt, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Das Adjusted EBIT der Netzwerk-Airlines verbesserte sich um 135 Millionen Euro auf -605 Millionen Euro.
Eurowings: Stärke in Europa, Rückzug aus dem Golf
Die Punkt-zu-Punkt-Airline Eurowings steigerte ihr Angebot um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Stückerlöse legten um 6,8 Prozent zu, getragen vor allem durch ein starkes Europageschäft im März. Im Gegenzug wurden Flüge in die Golfregion – die zuletzt stark gewachsen war – vorerst ausgesetzt.
Allerdings stiegen die Stückkosten ohne Treibstoff um 5,1 Prozent, bedingt durch höhere Wartungsaufwendungen und Kosten durch wetterbedingte Flugunregelmäßigkeiten. Das Adjusted EBIT im Segment Punkt-zu-Punkt-Airlines sank im Quartal um 14 Millionen Euro auf -215 Millionen Euro.
Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo: Starke Stützen des Konzerns
Zwei Segmente, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten der Passagierairlines stehen, lieferten im ersten Quartal besonders solide Beiträge:
Lufthansa Technik: Nachfrage ungebrochen hoch
Wer eine Flugreise plant, denkt selten daran, wie viel Technik und Expertise hinter jedem sicheren Flug steckt. Lufthansa Technik ist genau dafür zuständig – und die Nachfrage nach Wartungs-, Überholungs- und Reparaturleistungen ist weltweit ungebrochen hoch. Die Umsatzerlöse stiegen um 12 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Das externe Kundengeschäft wuchs sogar um 19 Prozent. Das Adjusted EBIT blieb mit 158 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 161 Millionen Euro), da Material- und Personalknappheit sowie notwendige Qualifizierungsmaßnahmen das Ergebnis leicht belasteten.
Lufthansa Cargo: Dynamik nimmt zu
Lufthansa Cargo baute ihr Angebot im ersten Quartal um sieben Prozent aus – unter anderem durch die Vermarktung der Frachtkapazitäten der neu integrierten ITA Airways. Besonders im März, als die geopolitischen Spannungen zunahmen, verbesserten sich die Durchschnittserlöse im Luftfrachtgeschäft spürbar. Gleichzeitig sanken die Stückkosten dank gesunkener Wartungsaufwendungen und konsequentem Kostenmanagement um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Adjusted EBIT stieg auf 83 Millionen Euro (Vorjahr: 62 Millionen Euro).
| Segment | Adjusted EBIT aktuell | Adjusted EBIT Vorjahr | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Netzwerk-Airlines | -605 Mio. € | -740 Mio. € | +135 Mio. € |
| Punkt-zu-Punkt-Airlines | -215 Mio. € | -201 Mio. € | -14 Mio. € |
| Lufthansa Technik | 158 Mio. € | 161 Mio. € | -3 Mio. € |
| Lufthansa Cargo | 83 Mio. € | 62 Mio. € | +21 Mio. € |
Solide Bilanz: Cashflow und Liquidität überzeugen 💼
Der operative Cashflow stieg im ersten Quartal auf rund 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Milliarden Euro). Zusammen mit gesunkenen Nettoinvestitionen – unter anderem durch Einzahlungen aus Flugzeugverkäufen – verbesserte sich der Adjusted Free Cashflow auf 1,4 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr (835 Millionen Euro) entspricht.
Die Nettokreditverschuldung sank von 6,4 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf nun 5,3 Milliarden Euro. Ende März stand dem Konzern eine Gesamtliquidität von 10,3 Milliarden Euro zur Verfügung.
Ausblick: Chancen und Risiken im Gleichgewicht
Finanzvorstand Till Streichert zeigt sich differenziert optimistisch: Die Ergebnissteigerung von 110 Millionen Euro im ersten Quartal entspreche bereits einem Großteil des für das Gesamtjahr geplanten Verbesserungspotenzials. Der Jahresgewinn werde voraussichtlich etwas geringer ausfallen als ursprünglich angenommen – dennoch hält der Konzern an seiner Prognose fest, für das Gesamtjahr ein Adjusted EBIT deutlich über dem Vorjahresniveau von 1.960 Millionen Euro zu erzielen.
Die wichtigsten Chancen und Risiken für den weiteren Jahresverlauf im Überblick:
- Chancen: Hohe globale Reisenachfrage, Passagierumleitung auf Lufthansa-Drehkreuze, starkes Luftfrachtgeschäft, Netzwerkoptimierungen
- Risiken: Stark gestiegene Kerosinpreise, mögliche Treibstoffversorgungsengpässe, weitere Streiks, geopolitische Eskalation
- Absicherung: Ca. 80 % des Kerosinbedarfs über Derivate gesichert
- Flottenmodernisierung: Sieben Neuauslieferungen im ersten Quartal, davon fünf Langstreckenflugzeuge
CEO Carsten Spohr betonte die Resilienz des Konzerns durch seine Multi-Drehkreuz- und Multi-Airline-Strategie sowie die überdurchschnittliche Treibstoffpreisabsicherung. Mit 110.000 Beschäftigten und einem Team aus erfolgreichen Tochtergesellschaften sehe man sich gut aufgestellt, auch diese Krise gestärkt zu überstehen.
Parken und Übernachten am Flughafen: Bequem in den Urlaub starten
Wer über ein Lufthansa-Drehkreuz in die Welt aufbricht, weiß: Der Reisestart zuhause entscheidet oft über den ersten Eindruck der ganzen Reise. Damit Sie entspannt und ohne Stress am Flughafen ankommen, finden Sie auf park-sleep-fly.net alle wichtigen Angebote rund um Parken am Flughafen sowie Hotels mit parken (Park-Sleep-Fly) am Flughafen – ob für eine Übernachtung vor dem Abflug oder nach der Landung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Konzernumsatz stieg um 8 % auf 8,7 Milliarden Euro – neuer Rekordwert für ein erstes Quartal
- Adjusted EBIT verbesserte sich um 110 Millionen Euro auf -612 Millionen Euro
- Konzernergebnis verbesserte sich um 220 Millionen Euro auf -665 Millionen Euro
- Adjusted Free Cashflow stieg um 65 % auf 1,4 Milliarden Euro
- Nettokreditverschuldung sank auf 5,3 Milliarden Euro
- Lufthansa Cargo steigerte Adjusted EBIT auf 83 Millionen Euro (+21 Mio. €)
- Lufthansa Technik erzielte Adjusted EBIT von 158 Millionen Euro (nahezu auf Vorjahresniveau)
- Kerosin-Mehrkosten von rund 1,7 Milliarden Euro für das laufende Jahr erwartet
- Prognose für das Gesamtjahr: Adjusted EBIT deutlich über Vorjahr (1.960 Mio. €)
- Sieben neue Flugzeuge im ersten Quartal ausgeliefert, davon fünf Langstreckenjets
Lufthansa zeigt einmal mehr, was es bedeutet, als globaler Reisevermittler in einer Welt voller Unwägbarkeiten Kurs zu halten. Als Reisender profitieren Sie davon direkt: mehr Verbindungen, modernere Flugzeuge und ein Netzwerk, das auch dann funktioniert, wenn anderswo Routen wegbrechen. Wer über Frankfurt, München oder Wien in die Welt fliegt, trägt übrigens immer auch ein Stück des eigenen Landes mit sich. Und wer im Zielland die Herzlichkeit lokaler Gastgeber erlebt – ob beim Abendessen in Tokio, beim Tee in Nairobi oder beim Espresso in Buenos Aires –, der weiß: Diese Offenheit ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist ein Geschenk. Dasselbe Gefühl, willkommen zu sein und respektiert zu werden, können wir auch zuhause schenken. Denn wer selbst gerne Gast ist in der Welt, kennt den Wert davon, ein guter Gastgeber zu sein. Deutschland ist ein Land, das die Welt zu sich einlädt – und das ist eine Stärke, auf die wir zu Recht stolz sein können. Jede Reise erinnert uns daran, wie bereichernd Begegnung ist – und wie viel wir voneinander lernen, wenn wir neugierig bleiben, anstatt Türen zu schließen.
Fachbegriffe erklärt
Was bedeutet „Adjusted EBIT“?
Das Adjusted EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) ist eine bereinigte operative Ergebniskennzahl, die den Gewinn oder Verlust eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern ausweist – bereinigt um Sondereffekte wie Restrukturierungskosten oder außerordentliche Einmalposten. Bei der Lufthansa Group dient das Adjusted EBIT als zentraler Maßstab für die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns, da es die echte wirtschaftliche Performance des laufenden Geschäftsbetriebs abbildet, ohne durch externe Einmaleffekte verzerrt zu werden.
Was ist der „Adjusted Free Cashflow“?
Der Adjusted Free Cashflow ist eine bereinigte Kennzahl für den frei verfügbaren Geldfluss eines Unternehmens nach Investitionen, die um Sondereffekte wie einmalige Ein- oder Auszahlungen korrigiert wurde. Er zeigt, wie viel liquide Mittel ein Unternehmen aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit tatsächlich erwirtschaftet hat und für Schuldentilgung, Dividenden oder weitere Investitionen zur Verfügung stehen. Ein Anstieg des Adjusted Free Cashflows – wie im dargestellten Quartal um 65 Prozent – signalisiert eine deutlich verbesserte operative Finanzkraft.
Was bedeutet „Stückerlöse“ in der Luftfahrt?
Stückerlöse (auch: Unit Revenues) sind eine Kennzahl der Luftfahrtbranche, die den durchschnittlichen Erlös je angebotenem Sitzkilometer oder geflogener Kapazitätseinheit ausdrückt. Steigende Stückerlöse bedeuten, dass eine Airline pro verfügbarem Sitzplatz und geflogener Strecke mehr Umsatz erzielt – entweder durch höhere Ticketpreise, eine bessere Auslastung oder einen günstigeren Buchungsmix mit mehr Premiumsitzen.
Was sind „Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen“?
Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen (englisch: CASK ex fuel) sind eine Kennzahl, die die operativen Kosten je angebotenem Sitzkilometer abbildet – jedoch ohne die besonders volatilen Treibstoff- und CO₂-Kosten. Diese Kennzahl ermöglicht einen fairen Vergleich der strukturellen Kostenbasis einer Airline unabhängig von Schwankungen am Ölmarkt und wird genutzt, um die Effizienzentwicklung des operativen Geschäfts zu beurteilen.
Was versteht man unter der „Multi-Drehkreuz- und Multi-Airline-Strategie“?
Die Multi-Drehkreuz- und Multi-Airline-Strategie bezeichnet das Konzept der Lufthansa Group, mit mehreren eigenständigen Fluggesellschaften (z. B. Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways) und mehreren zentralen Umsteigeflughäfen (Drehkreuzen) gleichzeitig zu operieren. Diese Strategie erhöht die Netzwerkflexibilität erheblich: Bricht ein Drehkreuz oder eine Route weg – etwa durch geopolitische Krisen – können Passagierströme auf andere Hubs und Verbindungen umgeleitet werden, ohne dass das gesamte Netzwerk darunter leidet.
Was bedeutet „Nettokreditverschuldung“?
Die Nettokreditverschuldung (englisch: Net Financial Debt) ist eine Bilanzkennzahl, die die gesamten zinstragenden Verbindlichkeiten eines Unternehmens abzüglich seiner liquiden Mittel und kurzfristigen Finanzanlagen ausweist. Eine sinkende Nettokreditverschuldung signalisiert, dass ein Unternehmen Schulden abbaut oder seine Liquidität stärkt – beides positive Signale für die finanzielle Stabilität und die Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten.
Was sind „Derivate zur Treibstoffpreissicherung“?
Derivate zur Treibstoffpreissicherung sind Finanzinstrumente (z. B. Futures, Optionen oder Swaps), mit denen Airlines einen Teil ihres künftigen Kerosinbedarfs zu einem vorab festgelegten Preis absichern können. Durch diese sogenannte Hedging-Strategie schützen sich Fluggesellschaften vor kurzfristigen, starken Preisanstiegen am Rohölmarkt. Die Lufthansa Group hat nach eigenen Angaben rund 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs für das laufende Jahr auf diese Weise abgesichert, was die Auswirkungen der aktuell gestiegenen Kerosinpreise deutlich abfedert.
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