Zukunftsweisend: E-Kerosin-Projekt „Concrete Chemicals“ startet in Schwedt
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Nachhaltiger Flugkraftstoff: Millionenprojekt „Concrete Chemicals“ kommt nach Schwedt
Eine wegweisende Entscheidung für die Zukunft des klimafreundlichen Fliegens: Der Industriepark PCK in Schwedt wird zum Standort für eines der bedeutendsten Projekte im Bereich nachhaltiger Flugtreibstoffe in Deutschland. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat grünes Licht für die Umsetzung des Projekts „Concrete Chemicals“ gegeben, das von den Unternehmen ENERTRAG und Zaffra getragen wird. ✈️
Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 494 Millionen Euro entsteht in Brandenburg eine hochmoderne Produktionsanlage für E-Kerosin – ein synthetischer Flugkraftstoff, der im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin einen erheblich geringeren CO2-Fußabdruck aufweist.
Was genau ist E-Kerosin und wie wird es in Schwedt hergestellt?
E-Kerosin gehört zur Gruppe der nachhaltigen Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) und stellt eine klimafreundliche Alternative zu konventionellem, erdölbasiertem Kerosin dar. Der innovative Herstellungsprozess in Schwedt umfasst mehrere Schritte:
- Gewinnung von grünem Wasserstoff: Durch Elektrolyse, die mit Strom aus Windkraft betrieben wird
- CO2-Abscheidung: Biogenes CO2 wird aus nachhaltigen Quellen abgeschieden
- Synthesegas-Produktion: Kombination von Wasserstoff und CO2
- Fischer-Tropsch-Verfahren: Umwandlung des Synthesegases in synthetische grüne Kohlenwasserstoffe
- Weiterverarbeitung: Herstellung des fertigen E-Kerosins für den Einsatz in der Luftfahrt
Besonders bemerkenswert: Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen setzt E-Kerosin bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei, wie zuvor bei der Herstellung aus der Atmosphäre entnommen wurde – ein entscheidender Schritt in Richtung klimaneutrales Fliegen.
Europäische Förderung und finanzielle Unterstützung
Das Projekt „Concrete Chemicals“ wurde als Wasserstoffprojekt im Rahmen der „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) ausgewählt und im Dezember 2024 von der Europäischen Kommission genehmigt. Die beeindruckende Investitionssumme wird durch umfangreiche öffentliche Mittel unterstützt:
| Fördergeber | Fördersumme | Anteil an Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Bund | 245 Millionen Euro | ca. 49,6% |
| Land Brandenburg | 104 Millionen Euro | ca. 21,1% |
| Eigenanteil ENERTRAG/Zaffra | 145 Millionen Euro | ca. 29,3% |
Diese massive finanzielle Unterstützung unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts für die Energiewende im Verkehrssektor und speziell in der Luftfahrt.
Doppelte Chance für die Region: Klimaschutz und wirtschaftliche Perspektive
Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller sieht in der Ansiedlung des Projekts einen doppelten Gewinn: „Für Brandenburg gibt es heute zwei gute Nachrichten: Erstens kann das wichtige Wasserstoffprojekt Concrete Chemicals nun starten. Damit fördern wir die industrielle Produktion von synthetischen Flugkraftstoffen und einen klimaschonenden Flugverkehr. Zweitens kann sich hier für die PCK-Raffinerie ein Tor in die Zukunft öffnen.“
Besonders hervorzuheben ist die strategisch kluge Standortwahl. Der Industriepark PCK in Schwedt bietet:
- Vorhandene technische Infrastruktur und Fachwissen
- Etablierte Produktionsanlagen, die teilweise umgewidmet werden können
- Optimale Transportwege für Rohstoffe und Endprodukte
- Möglichkeit zum Anschluss an das geplante nationale Wasserstoffkernnetz
- Potenzial zur Erweiterung der Produktionskapazitäten
Die Entscheidung für Schwedt ist auch das Ergebnis intensiver Bemühungen lokaler Akteure: Das Land Brandenburg, der Landkreis Uckermark und die Stadt Schwedt (Oder) haben sich gemeinsam für die Bereitstellung der benötigten Flächen eingesetzt, die sich im Besitz der unter Treuhandverwaltung stehenden PCK befinden.
Brandenburg als Vorreiter der Energiewende in der Luftfahrt
Mit dem Projekt „Concrete Chemicals“ festigt Brandenburg seine Position als führende Region in der Entwicklung und Produktion klimafreundlicher Energieträger. Wirtschaftsminister Keller betont: „Brandenburg bleibt so ein Vorreiter der Energiewende. Zugleich zeigen ENERTRAG und Zaffra, welches industrielle Potential in der Wasserstoffwirtschaft liegt.“
Für die Luftfahrtindustrie und umweltbewusste Reisende sind dies ermutigende Nachrichten. Die Verfügbarkeit von nachhaltigem Flugkraftstoff ist ein entscheidender Baustein für die angestrebte Klimaneutralität des Luftverkehrs. Mit der in Schwedt geplanten Produktion könnte ein bedeutender Teil des künftigen Bedarfs an alternativen Flugtreibstoffen gedeckt werden. 🌱
Bedeutung für die Zukunft des klimafreundlichen Fliegens
Während die Elektrifizierung bei Autos und Zügen voranschreitet, stellt die Dekarbonisierung des Luftverkehrs eine besondere Herausforderung dar. Batterieelektrische Lösungen sind für die meisten kommerziellen Flüge auf absehbare Zeit keine Option. Nachhaltige Flugkraftstoffe wie E-Kerosin bieten dagegen einen praktikablen Weg, den CO2-Ausstoß des Luftverkehrs erheblich zu reduzieren, ohne die bestehende Flugzeugflotte komplett austauschen zu müssen.
Der große Vorteil: E-Kerosin kann in konventionellen Flugzeugtriebwerken verwendet werden – entweder als Beimischung zum herkömmlichen Kerosin oder perspektivisch sogar als vollständiger Ersatz. Für Flugreisende bedeutet dies: Klimafreundlicheres Fliegen wird möglich, ohne auf Komfort oder Reichweite verzichten zu müssen.
Die EU hat mit ihrer ReFuelEU Aviation Initiative bereits verbindliche Beimischungsquoten für nachhaltige Flugkraftstoffe festgelegt, die in den kommenden Jahren schrittweise ansteigen werden. Projekte wie „Concrete Chemicals“ in Schwedt werden daher für die Luftfahrtindustrie zunehmend wichtiger.
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Das Wichtigste
Das Wasserstoffprojekt „Concrete Chemicals“ zur Herstellung von E-Kerosin (nachhaltiger Flugtreibstoff) wird am Standort des Industrieparks PCK in Schwedt umgesetzt. Mit einer Gesamtinvestition von 494 Millionen Euro, gefördert vom Bund (245 Mio. €) und dem Land Brandenburg (104 Mio. €), entsteht eine Produktionsanlage für klimafreundlichen Flugkraftstoff.
Der innovative Herstellungsprozess nutzt abgeschiedenes biogenes CO2 und grünen Wasserstoff aus Windenergie, um über das Fischer-Tropsch-Verfahren (chemischer Prozess zur Umwandlung von Synthesegas in flüssige Kohlenwasserstoffe) synthetisches Kerosin zu produzieren. Dies stellt nicht nur einen wichtigen Schritt für den Klimaschutz dar, sondern bietet auch zukunftsfähige wirtschaftliche Perspektiven für die Region Schwedt und die PCK-Raffinerie.
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